Nach 10 Monaten Wartezeit auf ein Update, das das Auslösen von Funktionen beim Telefonieren über den nicht deaktivierten Touchscreen endlich beheben sollte, ist in dieser Hinsicht leider keine Besserung erfolgt. Jetzt bin ich geneigt, mein Telefon zu veräußern.

Support haben wir mit unseren Mängellisten und Verbesserungsvorschlägen reichlich geleistet. Jetzt ist Philips an der Reihe. Und noch mehr Druck auf Moderatoren auszuüben, ist verschenkte Energie. Hier höhlt der stete Tropfen nicht den Stein, sondern leider nur den Nerv des Moderators. Die Entwicklungsabteilung wird sich von den Moderatoren kaum unter Druck setzen lassen. Eher wird der Moderator zur Wiederholung des ewig Gleichen genötigt, weiterhin tröstende Worte an die verärgerten Nutzer zu richten.

Anscheinend machen nur schlechte Verkaufszahlen bzw. Umsatzeinbußen Druck und regen an, das eigene Produkts bzw. die Firmenpolitik infrage zu stellen. Langfristig haben „halbherzige“ Produkte aber einen Effekt, der spätestens bei unserer nächsten Kaufentscheidung zum Tragen kommt.

Dass heutzutage die Produkte mit mehr als einer Funktion „beim Kunden reifen“, ist sicher kein Philips-Phänomen. Für nahezu jeden Markenhersteller gibt es ein Forum und zu fast jedem technischen Produkt gibt es im Netz mindestens einen Thread zu finden.

Das Forum ist richtig und gut, besonders, wenn es darum geht, Probleme mit der Bedienung des Gerätes aus der Welt zu räumen. Aber hier selbst ein kostenfreier Teil der Entwicklungsabteilung zu sein, ist mir ein Dorn im Auge. Wir haben es quasi mit einem unfertigen „Rohling“ zu tun, den wir beschreiben…

Ich werde jetzt keinen Schwur abgeben, nie wieder Philips-Produkte zu kaufen. Aber ein Dogma hat sich manifestiert: Alle Produkte vor einem Kauf sehr genau zu prüfen. Nur noch nach sehr ausgeprägten Recherchen im Netz einen Kauf in Erwägung zu ziehen. Nicht auf Updateversprechen zu hoffen, die größere Probleme beheben sollen.

Philips hat sicher auch viel daran gearbeitet das S10 weiter zu verbessern - durchaus positiv.
Minimale Probleme mit einem Update zu korrigieren ist durchaus legitim. Aber das Wesentliche eines Telefons nicht von Anfang an ungestört nutzen zu können, nämlich das Telefonieren selbst, geht gar nicht! Es kann nicht sein, dass dieses massive Problem so dermaßen vernachlässigt bzw. bei der Entwicklung nicht bemerkt worden ist und später erst durch die User-Erfahrungen zum Vorschein kommt.

Ich erinnere noch eine Zeit, zu der es normal war, sein neues Gerät auszupacken, die Bedienungsanleitung zu lesen und die angegebenen Funktionen tatsächlich im vollen Umfang nutzen zu können. Heute leider nur noch verlorener Idealismus. Es fehlt mir bei vielen Firmen am Anspruch, ein marktreifes „Premiumprodukt“ an den „Vernutzer“ bringen zu wollen. Vermutlich kommt der Renditefetischismus dem guten Willen und der Moral vieler Firmen leider oft ins Gehege.